Der Autor Gabor Sziert

Erst mit 40 (Jahrgang 1949), stark übergewichtig und als Kettenraucher, habe ich mit Joggen angefangen. Nach ersten physischen und psychischen Erfolgen habe ich mich in diversen Kursen zum Henning-Leiter ausbilden lassen. Seit rund 20 Jahren organisiere ich sowohl Lauftreffs für Breitensportler als auch Joggingkurse für Anfänger. So motiviere ich – Präsident und Trainer – mit meinem Verein Lauftreff.ch jedes Jahr über hundert Personen zum Joggen. Anfang 2006 habe ich mir einen langjährigen Traum erfüllt und eine Trainingsbasis für Sehbehinderte in Basel aufgebaut. Das Rüstzeug dazu gaben mir folgende Aus- und Weiterbildungen:

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  • Betreuer Breitensport des Schweizerischen Leichtathletik—Verbandes (neu Swiss Athletics)
  • Lizenzierter Running-Leiter «allez hop»
  • Bewegungscoach (Sportamt Baselland)
  • Seniorensportleiter (Bundesamt für Sport, Magglingen)

Einige der Gründe, die mich zum Laufen mit Sehbehinderten und zum Schreiben dieses Buches motiviert haben:

  • Seit meiner Kindheit ist mir mein Augenlicht das Wichtigste, ein Verlust ist für mich unvorstellbar! Immer fühlte ich mich privilegiert beim Anblick von Sehbehinderten, ohne damals die feinen Abstufungen der diversen Sehbehinderungen zu kennen. Dieses Gefühl erweckte einen starken Drang zur besonderen Hilfsbereitschaft. Es ist mir ein Bedürfnis, einen Beitrag zur Integration Sehbehinderter zu leisten. Als sehender Läufer hat man die Voraussetzungen, einem Sehbehinderten den Laufsport zu ermöglichen. Man lernt den Umgang mit Sehbehinderten und erhält Einblicke in ihr Leben und ihre täglichen Herausforderungen. Es ist eindrücklich, welchen Mut Sehbehinderte während des Laufens aufbringen und welches Vertrauen sie ihrer Begleitperson entgegenbringen. Für einen Sehenden ist es erstaunlich, wie selbstständig eine blinde Person sein kann!
  • Gemeinsame Trainingserfolge an Volksläufen bzw. Wettkämpfen sind eine willkommene Belohnung für beide Parteien. Zu erwähnen ist auch die Anerkennung des Publikums und der übrigen Läufer für die Leistung des Tandems, ist doch ein solches Paar immer noch ein eher seltenes Bild.
Anfragen von Läufern und Sehbehinderten aus verschiedenen Regionen der Schweiz haben mich dazu motiviert, die Erfahrungen aus vielen hundert Trainingsstunden in diesem Buch zusammenzufassen. Diese und auch die Erfahrungen bei der Begleitung von Sehbehinderten an vielen Volksläufen, Bergläufen und Staffeln haben mir geholfen, die wesentlichen Massstäbe für das Training zu setzen und die zuvor bereits bekannten, in der Literatur jedoch kaum dokumentierten Methoden zu optimieren.
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